Milchstrasse fotografieren

An Christi Himmelfahrt (manche nennen es auch Vatertag) habe ich mich mit einem alten Studienkumpel getroffen, um die Milchstrasse zu fotografieren. Und dabei vielleicht das ein oder andere Bier zu trinken. Denn es sollte klar sein, wenn man so etwas vorhat, sollte man viel Zeit und Geduld mitbringen. Wir waren in der Nähe von Wüstenrot bei Heilbronn unterwegs. Die Ausrichtung der Milchstrasse war mit Ost-Südost genau in der Entgegengesetzten Richtung von Heilbronn. Daher war es einer der Orte, an denen man einigermaßen die Sterne fotografieren konnte. In Süddeutschland sind diese Gegenden sehr rar gesät.

Losgelegt haben wir gegen Neun Uhr Abends. Mit dem letzten Licht des Tages haben wir einen Spot gesucht. Der war jetzt nicht ganz ideal, aber abgelegen und man hatte seine Ruhe. Und dann hieß es warten. Die Milchstrasse kam erst um Mitternacht zum Vorschein. Es dauert nämlich wirklich lange, bis die richtige Nacht beginnt (auch wenn die Sonne schon lange untergegangen war). Das Bild der Milchstrasse habe ich mit meiner Nikon Z50 und dem Tokina 11-16mm F2.8 gemacht. Eine APS-C Kamera ist nicht Ideal für Astrofotografie, aber es geht einigermaßen. Das Rauschen ist in meinen Augen verkraftbar. Bei ISO 3200 und 20 Sekunden Belichtungszeit kam ein ganz anständiges Bild heraus.

Aber ich wollte nicht nur ein Milchstraßenbild machen, ich wollte auch Sternenspuren fotografieren. Um die Bewegung der Sterne zu fotografieren, braucht man wirklich lange Belichtungszeiten. Da geht es dann um Minuten und Stunden. Digital kann man so eine lange Belichtung nicht am Stück bewerkstelligen. Zum einen macht da der Akku schlapp. Und zum anderen überhitzt der Sensor und produziert tote Pixel, die sich als rote Flecken auf dem Bild manifestieren. Das bekommt man in der Nachbearbeitung aber in Griff. Man kann auch mehrere kürzere Belichtungen machen und dann zu einem Bild verschmelzen. Oder man nimmt Film. Der produziert nämlich keine toten Pixel.

Film hat aber andere Probleme. Bei langen Belichtungszeiten tritt der sogenannte Schwarzschild-Effekt auf. Je länger Film belichtet wird, desto mehr verliert er an Empfindlichkeit. Bei Belichtungen bis zu einer Sekunde macht das noch nichts, dann aber schlägt der Effekt zu. Bei dem von mir verwendeten Ilford HP5 lässt sich dieser Effekt mit der Reziprozitätsformel Belichtungszeit^1,32 berechnen. So kam ich auf eine Belichtungszeit von ca. 70 Minuten. Ich habe mit meiner Pentacon Six zwei Mittelformatbilder gemacht. Eines mit 45 Minuten Belichtung, das andere mit den berechneten 70 Minuten. Beim ersten Bild haben wir aber leider mit der Taschenlampe auf den Boden geleuchtet und so das unschöne Lichteffekte erzeugt. Das zweite Bild ist sehr gelungen. Es sind zwar einige Flugzeugspuren zu sehen und es gibt keine Umgebung zu sehen. Das kommt daher, dass der Polarstern, um den sich der Himmel dreht, im Sommer sehr hoch steht.

Pentacon Six, Zeiss 85mm F2.8, Illford HP5

Ein weiteres Mittelformat-Bild habe ich der Umgebung gemacht, in der wir fotografiert haben. Das Bild ist kurz nach Sonnenuntergang entstanden und hat eine Belichtungszeit von 4 Sekunden. Im großen und ganzen war es ein sehr gelungener Abend, auch wenn der Schlaf etwas kurz kam.

Pentacon Six, Zeiss 85mm F2.8, Illford HP5

Samstagsauflug nach Degenfeld

Das gute Wetter am Wochenende habe ich genutzt für eine Wanderung auf der Alb. Genauer gesagt bei Degenfeld, einem Dorf in der Nähe von Schwäbisch Gmünd.

Der erste Aufstieg hat mir ganz schön zu schaffen gemacht, dabei waren es aber eigentlich kaum Höhenmeter. Ich bin einfach außer Form. Andererseits hatte ich auch eine ganze Menge Equipment dabei. Insgesamt drei Kameras, 5 Objektive, Stativ und Proviant. War das alles nötigt? Nö, natürlich nicht. Das Stativ habe ich kein einziges Mal verwendet und ich hätte auch durchaus eine anloge Kamera zuhause lassen können. Aber man will sich ja alle Optionen offen lassen.

Die Tour zog sich auf der einen Talseite nach oben Richtung Furtelpass. Dort ging es dann auf der anderen Talseite wieder zurück. Zwischendurch gab es einen Blick vom Albtrauf auf das Stauferland, es gab einen Segelflugplatz zu bestaunen (auf dem ganz schön was los war) und zwischendurch immer wieder Ziege und Schafe.

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Nikon FG, Hoya 70-150mm F3.8, Kodak Ektar

Beim Knörzerhaus gab es sogar ein Bier zum mitnehmen. Natürlich mit Beachtung aller Hygieneregeln. Es hätte sogar etwas zu Essen gegeben, aber da war ich ja versorgt.

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Nikon FG, Nikon Nikkor 35-70mm F3.3-4.5, Kodak Ektar

Eine sehr schöne Tour in einer sehr schönen Gegend. Eine Rolle Ektar habe ich vollgemacht, ein paar Schwarz-Weiss-Bilder sind auch entstanden und ein bisschen digital habe ich auch fotografiert. Vor allem am Flugplatz kam mir entgegen, dass ich eine Digitalkamer dabei hatte. Flugzeuge auf Film zu bekommen ist gar nicht so einfach. Ich bin mir auf jeden Fall sicher, dass es mich demnächst wieder in die Gegend verschlägt.

Griff in den Altglascontainer

Wenn man nichts zu tun hat, kann das echt gefährlich werden. Zum Beispiel gibt man Geld für Sachen aus, die man eigentlich nicht braucht. Und so habe ich aus Langeweile spontan zwei alte Kameraobjektive gekauft. Ich habe mich nicht vorher informiert, sondern die Teile in Warenkorb gelegt und einfach gekauft. Zwischenzeitlich habe ich beide ausprobiert und bin eigentlich recht zufrieden.

Nikon Nikkor 35-70mm F3.3-4.5

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Laut Ken Rockwell eines der schlechtesten Nikon Objektive die es gibt. Aber ganz ehrlich, sooo schlecht finde ich das Teil gar nicht. Die Pseudo-Makrofunktion erlaubt es, relativ Nah an das Motiv dranzugehen. Die Bilder kommen etwas weich daher, aber auf Film kann ich das Verzeihen. An der Digitalkamera merkt man aber doch deutlich, dass es sich hierbei um ein Kit-Objektiv aus der Analogzeit handelt. Ist ganz nett, aber nochmal würde ich es nicht kaufen.

Hier ein paar Bilder, die mit diesem Objektiv entstanden sind.

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Nikon FG, Nikon Nikkor 35-70mm F3.3-4.5, Ilford HP5

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Nikon FG, Nikon Nikkor 35-70mm F3.3-4.5, Ilford HP5

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Nikon FG, Nikon Nikkor 35-70mm F3.3-4.5, Ilford HP5

Als kleiner Bonus war eine faltbare Gegenlichtblende dabei. Die sorgt allerdings am kurzen Ende für starke Vignettierung. Aber als kostenlose Beilage ganz Nett.

Hoya 70-150mm f3.8

Das Hoya 70-150mm gefällt mir im Gegensatz zum Nikkor Zoom richtig gut. Eine kurze Internetrecherche hat nicht wirklich Ergebnisse geliefert, aber wenn ich etwas sagen kann, dann dass dieses Objektiv scharf ist. Also wirklich scharf. Selbst an der Digitalkamera gibt es an den Bildern nichts zu bemängeln. Zudem hat es eine durchgehend gleiche große Maximalblende. 3.8 ist zwar eine etwas schräge Zahl, aber wenn man mit Blende F4.0 rechnet, liegt man nicht so weit daneben.

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Der Zoom-Bereich deckt auch den Bereich ab, der mir in der analogen Fotografie bisher gefehlt hat. Bisher musste ich von 105 direkt auf 200mm springen, da passt das Teil ganz gut dazwischen.

Auch hier noch ein paar Beispielbilder.

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Nikon FG, Hoya 70-150mm F3.8, Ilford HP5

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Nikon FG, Hoya 70-150mm F3.8, Ilford HP5

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Nikon FG, Hoya 70-150mm F3.8, Ilford HP5

 

Im großen und ganzen muss ich sagen, dass ich hier für 80€ ein passables und ein richtig gutes Objektiv erstanden habe. Der Zustand von beiden ist Top, ich bin mir sicher dass ich mit diesen Teilen noch länger meine Freude haben werde. Generell bin ich beim Gebrauchtkauf  noch nicht auf die Schnauze gefallen. Da hatte ich bisher einfach Glück.

Osterausflug

Es sah heute morgen so gut aus. Ich bin um 7 aufgestanden, in der Hoffnung, einen leeren Wanderweg zu finden. Und natürlich wegen des Lichtes. Ich bin heute wieder einmal den Herzog-Jäger-Pfad gelaufen. Und in dem Momenent, als ich mein Auto abgestellt hatte (tatsächlich auf einem leeren Parkplatz) ist die Sonne hinter den Wolken verschwunden. Und für ein paar Momente abgesehen, ist sie auch nicht mehr aufgetaucht. Es war einfach ein grauer, langweiliger Tag.

Ich hatte meine Pentacon Six dabei. Diesesmal habe ich Kodak Ektar als Film verwendet. Die Nikon Z50 habe ich tatsächlich nur als Lichtmeter genommen. Und um ein bisschen damit rumzuspielen.

Da das Wetter nicht wirklich mitgespielt hat, habe ich eher Dinge aus der Nähe fotografiert. Aber ohne Licht kam da nicht wirklich was dabei heraus. Immerhin war ich einmal wieder draußen vor der Tür.

Ein Versuch mit Makrofotografie

Nun, ich bin zuhause. Und das jetzt seit 3 Wochen. Ich habe das Haus nur verlassen, um einzukaufen und ab un zu spazieren zu gehen. Fototechnisch gibt es daher wenig neues. Ich war letztes Wochenende kurz am überlegen, ob ich eine Runde wandern gehen soll, hab es dann aber doch sein lassen. Beim spazieren gehen ist mir ja aufgefallen, das extrem viele Menschen unterwegs sind. Schön als Familie oder in Zweiergruppen, aber trotzdem in großen Mengen. Und auf den Wanderwegen der Alb wird das am Wochenende nicht anders ausgesehen haben. Ich habe irgendwo gelesen, dass die Polizei benachrichtigt wurde, von wegen bei einem Gipfelkreuz seien zu viele Menschen. Keine Ahnung ob das stimmt, wundern würde es mich aber nicht.

Entprechend habe ich halt auf meiner Spazierrunde ein paar Bilder gemacht. Nichts besonderes, nur ein paar Schnappschüsse auf Kodak Gold.

Zuhause habe ich etwas anderes probiert. Ich habe mir vor einiger Zeit einen Umkehrring für Objektive gekauft. Damit kann man das Objektiv falsch herum auf die Kamera schrauben. Die billige Variante einer Makrolinse. Mit meinem Tokina 28mm kommt dabei sogar mehr als 1:1 raus. Nur fokussieren kann man dann nicht mehr. Das Bild muss dann mittels Bewegung scharf gestellt werden. Das hat in meinem Wohnzimmer zu einem kleinen Testaufbau geführt. Dort scheint gegen Abend perfekt die Sonne herein. Auf meinem Sofatisch habe ich die Motive platziert und dann das Stativ mit der Kamera solange verschoben, bis es ein einigermaßen scharfes Bild gegeben hat. Mit einem Einstellschlitten wäre das noch einfacher gegangen. Und digital hätte ich auch mit Fokusstacking spielen können. Aber ich bin ja noch eine weile eingesperrt. Kann also alles noch kommen.

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Eine Chili, Nikon FE2, RMC Tokina 28 mit Umkehrring, Kodak Gold

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Thymian, Nikon FE2, RMC Tokina 28 mit Umkehrring, Kodak Gold

Eine letzte Rolle Ektar

Ich war nach der Fasnet vor einem Monat noch am Breitenstein. In die Gegend um die Burg Teck zieht es mich immer wieder hin, ist einfach eine schöne Gegend. Damals hatte ich eine Rolle Ektar geladen. Die habe ich aber nur zu zwei drittel verknipst, die letzten Bilder habe ich heute im Zettachwald vor meiner Haustüre verschossen.

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Blick vom Breitenstein, Nikon FE2, RMC Tokina 28mm F2.8, Kodak Ektar

Es wird sich zeigen, wie ich in nächster Zeit zum Fotografieren komme. Jetzt, wo das Versammlungsverbot durch ist, wird das eventuell gar nicht so einfach. Ich bin in der Regel alleine Unterwegs. Da muss ich keine Rücksicht auf andere nehmen und kann mir bei einem guten Motiv so viel Zeit lassen, wie ich will. Und wenn ich es richtig Verstanden habe, darf man alleine ja durchaus noch rausgehen.

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Schopflocher Moor, Nikon FE2, RMC Tokina 28mm F2.8, Kodak Ektar

Aber nach dem, was ich heute im Zettachwald erlebt habe, glaube ich nicht, dass ich das tun sollte. Normalerweise ist dort wenig los. Heute war das fast wie eine Völkerwanderung. Familien und Pärchen, zu Fuss, mit Fahrrad, mit Kinderwagen, mit Atemschutzmaske, gefühlt war da halb Stuttgart unterwegs. Da bleib ich dann doch lieber Zuhause. Und wenn ich doch mal Auslauf brauche, dann geh ich eben Nachts eine Runde laufen. Da tut man sich nur mit der analogen Fotografie etwas schwer.

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Zettachwald, Nikon FE2, Nikon 50mm F1.8, Kodak Ektar

Mittelformat am Breitenstein

Es ist schon fast zwei Wochen her, dass ich mir eine Pentacon Six auf Ebay ersteigert habe. Normalerweiße wird einem vor solchen Ebay-Käufen immer abgeraten, aber bisher habe ich dort noch nie eine defekte oder mangelhafte Kamera erstanden. Ich habe stattdessen immer das geliefert bekommen, was auch in der Beschreibung stand.

So auch bei der Pentacon Six. Es war sogar die Anleitung (wenn auch nur als Kopie) und eine Liste mit gemessenen Verschlusszeiten dabei. Die Zeiten kann ich zwar nur schwierig prüfen, aber nach einem Ausflug zum Breitenstein scheinen sie sich als korrekt zu erweisen.

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Pentacon Six, Biometar 80mm F2.8, Ilford FP4+

Der Breitenstein ist eine Felskante am Albtrauf mit Blick auf die Burg Teck. Sehr schön da oben. Als ich da war, hat das Wetter natürlich nicht mitgespielt. Es konnte sich nicht richtig entscheiden, ob es regnen oder schneien soll. Gegen Nachmittag kam dann allerdings die Sonne heraus, das hat die Stimmung dann doch gehoben.

Meine Hosen sahen am Abend allerdings aus, als wäre ich durch Schlamm gewatet. Was ja auch gestimmt hat. Das Wetter tat den Wanderwegen nicht gut. Für sowas gibt es dann allerdings Waschmaschinen.

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Pentacon Six, Biometar 80mm F2.8, Ilford FP4+

Noch ein paar Worte zur Kamera. Was ich so im Internet gelesen habe, kommt es bei diesem Model häufig zu Bildüberlappungen. Um diese zu vermeiden, soll man beim Spannen des Hebels die Auslösetaste gedrückt halten. Scheint besser funktioniert zu haben als gedacht. Den bei mir waren die Abstände so groß, dass ich statt der zwölf Bilder nur neun auf dem Film hatte. Sehr ärgerlich. Beim nächsten Mal probier ich das Spannen einfach so. Bin gespannt was dabei rauskommt.

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Pentacon Six, Biometar 80mm F2.8, Ilford FP4+

Momentan habe ich nur ein Objektiv für diese Kamer. Das Biometar 80mm 2.8 von Carl Zeiss Jena. Tut was es soll, ich bin sehr zufrieden damit.

Fasnet in Oberschwaben

Über das Faschingswochenende bin ich in die Heimat nach Oberschwaben gefahren. Hier feiert man übrigens kein Fasching und auch kein Karneval, sondern Fasnet. Ein bisschen mehr auf das folkloristische Konzentriert, ziehen hier die verkleideten Hästräger in Umzügen durch die Straßen. Man muss hier jetzt aber auch nicht den peniblen Traditionalisten heraushängen lassen, letztendlich betrinken sich an diesem Wochenende ein Haufen verkleideter Leute und ziehen durch die Ortschaften.

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Nikon FE2, Nikon 50mm F1.8, Kodak Gold 200

Ich hatte meine neue Nikon FE2 dabei, eine sehr feine Kamera. Macht tierisch Spass, damit zu fotografieren. Ich habe innerhalb von zwei Tagen drei Filme voll gemacht. Einen Kodak Gold, Ultramax und einmal Ilford HP5. Das ich zwei Konsumerfilme verwendet habe, ist rückwirkend betrachtet gar nicht so dumm. Wenn man einen sitzen hat, sind die meisten Bilder einfach schief, unscharf oder haben ein zweifelhaftes Motiv. Aber Spass hat es gemacht.

Ich war auf zwei Fasnetsumzügen: In Baienfurt (während der fünften Jahreszeit auch Fut La Boi genannt) und Weingarten. Nach den beiden Tagen war ich dann auch nicht mehr ganz so fit. Man wird halt älter.

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Nikon FE2, Nikon 50mm F1.8, Ilford HP5

Gestern habe ich den gesamten Abend damit verbracht, die Filme zu entwickeln. Vor allem das scannen hat gedauert. Ich habe wieder auf das Abstreifen des Films verzichtet und hab ihn nur mit destilliertem Wasser durchgespült. Es gab dadurch Flecken, die in der Nachbearbeitung entfernt werden mussten. Ich hab nur keine Lust, so oft Wasserkanister zu kaufen.

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Nikon FE2, Nikon 50mm F1.8, Ilford HP5

Die fünfte Jahreszeit ist jetzt vorbei, aber wie sagt man im Süden von Deutschland so schön: s goht wiedr dergege.

Billigfilm und Eisenbahnromantik

Ich bin gerade rundum zufrieden. Die Pizza ist bestellt und unterwegs. Der Film ist entwickelt und trocknet vor sich hin und wird nachher gescannt. Ich habe mir heute zweimal die Finger im Stativ eingeklemmt, bin einmal übel böse ausgerutscht und auf die Schnauze geflogen und als ich vor einer Stunde aus dem Auto geklettert bin, tat mir einfach nur alles weh. Aber ich bin zufrieden mit dem was ich heute geleistet habe. Wenn es bei der Arbeit nur auch immer so wäre. Aber erst mal zurück auf Anfang.

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Nikon FG, Nikon E Series 50mm f1.8, Kodak Ultramax 400

Am Freitag nach Feierabend bin ich noch kurz zum Rossmann gesprungen. Die haben eine handvoll Filme. Nichts besonderes, aber dass es sowas noch in der normalen Drogerie gibt, finde ich bemerkenswert. Ich hab einen Dreierpack Kodak Gold und zwei Rollen Kodak Ultramax mitgenommen. Ein bisschen teuere als im Internet. Aber hey, dafür kein warten und keine Versandkosten.

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Nikon FG, RMC Tokina 28mm f2.8, Kodak Gold 200

Heute morgen bin ich mit dem Auto nach Geislingen an der Steige gefahren. Ein kleines Städtchen am Rande der Alb. Die Stadt ist eigentlich nur bekannt für den namensgebenden Albsteig. Für die Eisenbahn von Heilbronn nach Friedrichshafen war es lange Zeit der einzig möglich Aufstieg auf das Albplateau. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Eisenbahntrasse am Steig entlang verlegt.

Ich bin einen Rundweg gelaufen, der Ungefähr am Bahnhof beginnt und grob der Bahnstrecke folgt. Zweimal muss man dabei den Albauf- und Abstieg auf sich nehmen, was erklärt, warum mir die Beine gerade so schwer sind. Dafür wird man mit einem fantastischen Ausblick belohnt. Eine Burgruine und diverse Bäche und Wasserfälle gab es dabei auch zu bewundern.

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Nikon FG, Nikon Nikkor 200mm f4.0, Kodak Gold 200

An Fotoausrüstung hatte ich meine Nikon FG und die neue Z50 dabei. Allerdings nur alte Objektive, eine 28mm ein 50mm und ein 200mm. Das 200er gefällt mir von mal zu mal besser, obwohl es schon ca 50 Jahre auf dem Buckel hat. Ich habe je eine Rolle Kodak Gold und Ultramax verknipst, wobei der Ultramax-Film nur 24 Bilder hatte. Digital habe ich nicht ernsthaft fotografiert, sondern nur ein bisschen mit den Objektiven gespielt.

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Nikon FG, RMC Tokina 28mm f2.8, Kodak Portra 400

Nachher scanne ich noch die Bilder und hänge ein paar davon hier in den Artikel. Und dann habe ich mir einen entspannten Abend wirklich verdient.

Gute Vorsätze

Letze Woche hatte ich mir vorgenommen, im Zweifel einfach mal loszuziehen und ein Film vollzuschießen. Tatächlich habe ich das auch gemacht. Ich bin richtig stolz auf mich.

Ich war auf dem Herzog Jäger Pfad unterwegs. Direkt vor der Haustür, hier war ich schon recht oft. Aber das Wetter war gut und es gibt ja auch auf bekannten Wegen immer neues zu entdecken. Dabei hatte ich nur eine Minimalausrüstung, bestehend aus Nikon FG, drei Linsen und ND-Filter. Den Filter hatte ich eingepackt, da ich befürchtete, bei Sonne sei 400 ASA eventuell zu hoch. Hat aber perfekt gepasst, den Filter habe ich umsonst mitgetragen.

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Nikon FG, Nikon E Series 50mm f1.8, Ilford HP5+

Als Film hatte ich den Ilford-Klassiker HP5+ dabei. Momentan ist die Natur eh nicht so farbenfroh, da bietet sich SW meiner Meinung nach einfach an. Falls ein Film nicht gereicht hätte, hatte ich noch eine Rolle Kodak Ultramax 400 dabei, gebraucht hab ich die aber nicht.

Das ist sowieso eine Sache, die mir immer mehr auffällt. Wenn ich digital Fotografiere, schieße ich an einem Tag schnell mal mehr als 300 Bilder. Davon sind eine Handvoll in Ordnung und der Rest ist Ausschuss. Mit einer analogen Kamera 36 Bilder zu machen ist dagegen teilweise eine richtige Herausforderung. Man will nicht jeden Mist ablichten, entsprechend braucht man genügend Motive. Und die zu finden ist gar nicht so einfach.

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Nikon FG, Nikon E Series 50mm f1.8, Ilford HP5+

Entwickelt habe ich den Film am Abend dann mit Rodinal. Auf anstreifen habe ich dieses mal verzichtet. Stattdessen habe ich den Film nach dem Fixieren nur mir destilliertem Wasser durchgespült und zum trocknen aufgehängt. Zwei Bilder hatten beim Scannen Wasserflecken, aber gefühlt waren es deutlich weniger Kratzer und Staubflecken als sonst. Beim nächsten Film probier ich das nochmal aus.

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Nikon FG, Nikon E Series 50mm f1.8, Ilford HP5+